Die Rolle der Provenienz bei der Bewahrung
When working with audiovisual media, particularly magnetic tapes, Archivists regularly face a unique challenge due to the absence of labeling and technical documentation. These materials often present as a “black box” with their contents, recording technology, and the specific equipment needed for playback remaining unknown until an attempt is made to play them. This uncertainty underscores the critical importance of provenance – the history of an item’s creation, use, and custody – in efforts to preserve and digitize these materials.
Warum die Herkunft wichtig ist
Um die Herkunft audiovisueller Materialien zu verstehen, muss man nicht nur ihre Herkunft kennen, sondern auch ihre technischen Merkmale einschätzen können. Zum Beispiel:
Bandgeschwindigkeit und Format:
- Die Herkunft kann Aufschluss darüber geben, ob ein 1/4-Zoll-Magnetband für Audio- oder Videoaufnahmen verwendet wurde. Wurde es mit einem AKAI VT-100 Schwarzweiß-Videorecorder erstellt oder stammt es aus einer späteren Zeit, in der ein digitaler 8-Spur-Audiorecorder benötigt wurde? Die Kenntnis seiner Geschichte hilft Archivaren bei der Auswahl des richtigen Abspielgeräts.
Filmformate und Merkmale:
- Bei Super-8- oder Single-8-Filmen kann die Provenienz Aufschluss darüber geben, ob sie mit 18 Bildern pro Sekunde für den Amateurbereich oder mit 24 Bildern pro Sekunde für professionelle Projekte gedreht wurden. Dieses Wissen gewährleistet eine genaue Wiedergabe und Konservierung.
TV-Standards und Aufzeichnungsgeschwindigkeiten:
- Wenn man weiß, woher ein Videoband geografisch stammt, kann man feststellen, ob es dem PAL-, SECAM- oder NTSC-Fernsehstandard entspricht oder ob ein VHS-Band im SP-, LP- oder EP-Modus aufgenommen wurde.
Die Rolle von Fachwissen und Ausrüstung
Für Organisationen, die die große Vielfalt an Formaten in ihren Archiven bewerten und abspielen wollen, oder wenn sie neu angebotenes audiovisuelles Material evaluieren, sind Fachwissen und Ausrüstung unerlässlich. Eine Person mit umfassenden Kenntnissen über audiovisuelle Formate ist entscheidend für die korrekte Identifizierung und Bewertung der Materialien.
Ebenso wichtig ist es, Zugang zu allen erforderlichen Abspielgeräten zu haben . Dadurch wird sichergestellt, dass der Inhalt von Bändern und Filmen geprüft und bestätigt werden kann, insbesondere wenn sich handschriftliche Beschriftungen auf Kassetten und Spulen als ungenau erweisen - ein Szenario, das erstaunlich oft vorkommt. Ohne eine ordnungsgemäße Überprüfung riskieren Archivare eine falsche Beschriftung oder das Übersehen wichtiger Inhalte.
Ein technisches Detektivspiel
Das Entschlüsseln audiovisueller Formate gleicht oft einem technischen Detektivspiel, das Geduld, Fachwissen und manchmal auch ein wenig Ausprobieren erfordert. Viele Bandformate stellen eine zusätzliche Herausforderung dar: Ein und dasselbe physische Medium kann bis zu 10 verschiedene Aufnahmetechniken unterstützen, die jeweils ein eigenes Abspielgerät erfordern. Ein 1/4-Zoll-Magnetband kann zum Beispiel so aussehen:
- An early video recording requiring an AKAI VT-150 color video recorder
- Eine Audiospule für einen analogen 4-Kanal-Mehrspur-Recorder von Tascam
- Eine Tonbandspule für einen tragbaren 4-Spur-Mono-Rekorder von Uher report mit 1,2 cm/Sek.
- Eine spätere digitale Aufnahme, die für einen 8-Spur-Digitalrekorder geeignet ist
Die Entscheidung, welches Gerät zuerst verwendet werden soll, hängt von der Sichtprüfung, der Beschriftung (falls vorhanden) und der Herkunft des Bandes ab. Ohne diese Informationen laufen Archivare und Projektmanager Gefahr, die Medien zu beschädigen oder ihren Inhalt falsch zu interpretieren.
Praktische Auswirkungen für Archivare
Für Projektmanager und Archivare liegt die Erkenntnis auf der Hand: Der erfolgreiche Umgang mit "Black Box"-Materialien erfordert Fachwissen, die richtige Ausrüstung und ein methodisches Vorgehen. Das Verständnis der Provenienz spart Zeit und verringert die Risiken bei Bewahrungsprojekten. Die Kenntnis der Provenienz hilft bei der Auswahl der richtigen Ausrüstung, der technischen Arbeitsabläufe und sogar der zu befolgenden Lagerungs- und Handhabungsprotokolle.
Das Gesamtbild
Die Provenienz ist nicht nur ein technisches Hilfsmittel, sondern auch eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. Indem Archivare die Geschichte der Entstehung und Nutzung eines audiovisuellen Artefakts zusammensetzen, stellen sie dessen erfolgreiche Bewahrung und Digitalisierung sicher. Ganz gleich, ob es darum geht, seltenes Videomaterial freizulegen, mündliche Überlieferungen zu bewahren oder auf langsamen Tonbändern aufgezeichnete Compliance-Aufnahmen (mit einer Geschwindigkeit von 1,2 cm/s oder 0,47 ips) zu sichern - das Verständnis der Geschichte hinter dem Medium hilft, seinen Wert zu erschließen.
Für Archivare und Organisationen gleichermaßen geht es bei dieser Arbeit um mehr als nur um die Bewahrung der Vergangenheit. Es geht darum, den Zugang zu wertvollen Materialien für die Forschung, das Erzählen von Geschichten und die Bildung zu ermöglichen und sicherzustellen, dass sie für künftige Generationen relevant und zugänglich werden und bleiben.